Europawahl: Weber für Pflicht zu Klarnamen in sozialen Netzwerken

16.05.2019 21:30

Brüssel/Mainz (dpa) - Europa-Spitzenkandidat Manfred Weber hat sich
für eine Klarnamen-Pflicht in sozialen Netzwerken ausgesprochen. Das
bedeutet, dass im Internet keine Spitz- oder Tarnnamen mehr verwendet
werden dürften. Der CSU-Politiker unterstützte diese Forderung am
Donnerstagabend im TV-Duell mit seinem sozialdemokratischen
Kontrahenten Frans Timmermans im ZDF. Timmermans lehnte eine solche
Klarnamen-Pflicht dagegen ab. Das sei übertrieben, sagte der
Niederländer.

Weber stellte sich auch noch einmal ausdrücklich hinter die
umstrittene Copyright-Richtlinie. Die Furcht der Gegner vor Zensur
sei unbegründet, meinte der Spitzenkandidat der Europäischen
Volkspartei. Sollte sie sich tatsächlich bewahrheiten, werde er als
Chef der EU-Kommission die Richtlinie wieder ändern, sagte Weber.

Weber, derzeit Fraktionschef der Europäischen Volkspartei, und
Timmermans, bisher Vizepräsident der EU-Kommission, bewerben sich
beide um die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.
Zunächst kämpfen sie jedoch darum, mit ihren Parteienfamilien im
nächsten Europaparlament die stärkste Fraktion zu stellen. Die
Europawahl ist vom 23. bis 26. Mai. In Deutschland wird am 26. Mai
gewählt.



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