Juncker: Kroatien auf dem Weg in den Euro und in den Schengen-Raum

07.06.2019 14:40

Zagreb/Brüssel (dpa) - Kroatien ist aus Sicht des EU-Kommissionschefs
Jean-Claude Juncker auf dem besten Wege in den Euro und in die
Schengen-Zone. Angesichts hoher Wachstumsraten und rasch sinkender
Verschuldung sei Kroatien «gut vorbereitet» für den Eintritt in das
«Euro-Wartezimmer» Wechselkursmechanismus II, sagte Juncker am
Freitag in Zagreb.

Gleichzeitig warb Juncker für einen Beitritt des südosteuropäischen
Landes zum Schengenraum, der Reisefreiheit ohne Grenzkontrollen
vorsieht. Das wolle er den EU-Staaten noch während seiner Amtszeit
vorschlagen, also vor seinem Ausscheiden am 31. Oktober, sagte der
Präsident der EU-Kommission.

Vor etwa einem Jahr war die Kommission noch zu dem Schluss gekommen,
dass keiner der möglichen Euro-Anwärter in der Europäischen Union die

Beitrittskriterien erfülle, auch nicht zum Wechselkursmechanismus II,
genannt ERM II oder WKM II. Dies wird als Wartezimmer für den Euro
bezeichnet, weil die Währungen der jeweiligen Länder dort nur noch in
einer begrenzten Bandbreite zum Euro auf- oder abwerten.

Nach EU-Recht sind alle Mitgliedstaaten bis auf Großbritannien und
Dänemark verpflichtet, die Gemeinschaftswährung zu übernehmen, sofern

sie die Kriterien einhalten. Mögliche Kandidaten sind neben Kroatien
auch Bulgarien, Polen, Rumänien, Schweden, die Tschechische Republik
und Ungarn.



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