EU-Parlaments-Vizepräsident lobt Rumäniens «starke Zivilgesellschaft »

09.06.2019 14:16

Dinkelsbühl (dpa/lby) - Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Rainer
Wieland, hat im Zusammenhang mit der gestoppten Justizreform in
Rumänien die «starke Zivilgesellschaft» des Landes gewürdigt. Es
mache Mut zu sehen, wie die sich Bürger des südosteuropäischen
Staates gegen Korruption und die Einschränkung einer unabhängigen
Justiz auflehnten, sagte Wieland (CDU) am Sonntag beim Heimattag der
Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl. Er hoffe, das der Verband der
Siebenbürger Sachsen seine Kontakte nach Rumänien nutze, diesen
Prozess zu unterstützen, sagt Wieland laut Redemanuskript.

Die Siebenbürger Sachsen sind eine deutsche Minderheit in Rumänien.
Viele Siebenbürger Sachsen sind allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg
in den Westen geflohen. Andere kamen zwischen den 1970er und 1990er
Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland. Der Verband der
Siebenbürger Sachsen feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen.

Die Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Herta
Daniel, beklagte auf dem Heimattag die in Rumänien noch immer
bestehenden Vorbehalte gegenüber der deutschen Minderheit. «Wir
nehmen Anteil an den Problemen, vor denen man immer wieder steht,
etwa die Verleumdungskampagne gegen die deutsche Minderheit in
Rumänien, der das Demokratische Forum der Deutschen aus Rumänien
ausgesetzt ist», sagte Daniel. Auch sei die Rückerstattung des
während des Kommunismus angeeigneten Besitzes von Siebenbürger
Sachsen in vielen Fällen noch nicht abgeschlossen, kritisierte die
Chefin des Vertriebenenverbandes laut Manuskript.



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