Juncker: Merkel-Wechsel nach Brüssel kein Thema mehr

11.06.2019 17:11

Brüssel (dpa) - Ein Wechsel von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach
Brüssel ist aus Sicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker
vom Tisch. Er glaube nicht, dass dies noch einmal Thema werde, sagte
Juncker am Dienstag im Gespräch mit dem Portal Politico. Und er fügte
hinzu: «Weil ich diese Frau mag, möchte ich ihr das nicht zumuten.»

Juncker sagte, er schätze Merkel unter anderem deshalb, weil sie
immer deutlich mache, wenn sie ihre politische Meinung ändere. «Sie
ist nicht durchsichtig, aber sie ist transparent», sagte Juncker.

Merkel selbst hatte bereits ausgeschlossen, dass sie nach dem Ende
ihrer Kanzlerschaft auf EU-Ebene ein Spitzenamt übernimmt. Dennoch
wurde weiter darüber spekuliert.

Juncker lehnte eine Prognose ab, wer sein Nachfolger als
Kommissionschef wird. Doch verwies er darauf, dass seine Europäische
Volkspartei (EVP) mit dem Spitzenkandidaten Manfred Weber von der
CSU wieder stärkste Fraktion im neuen Europaparlament sei: «Logisch
wäre, dass Manfred Weber der Kommissionspräsident wird und ich wäre
sehr dafür.»

Juncker forderte die Beibehaltung des Prinzips, dass nur ein
Spitzenkandidat bei der Europawahl Kommissionschef werden kann. Das
sei ein «winziger demokratischer Fortschritt», der nicht
zurückgedreht werden dürfe. «Man läuft jetzt Gefahr, wieder in die

Zeit der Dunkelkammer zurückzukehren», sagte Juncker.



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