EU-Kommission: Erheblich weniger faule Kredite bei Banken

12.06.2019 12:15

Brüssel (dpa) - Die europäischen Banken haben ihren Bestand an faulen
Krediten binnen drei Jahren um 133 Milliarden Euro vermindert. Die
Zahl nannte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Im Schnitt
hatten die Häuser in ihren Bilanzen im dritten Quartal 2018 noch 3,3
Prozent Kredite, bei denen die Schuldner in Verzug geraten waren und
die deshalb als gefährdet gelten. Der Anteil habe sich seit 2014
halbiert.

Die Bemühungen zum Abbau der gefährdeten Kredite - nach der
englischen Abkürzung für «non performing loans» auch NPLs genannt -

zeigten Erfolge, erklärte Kommissionsvizepräsident Valdis
Dombrovskis. Damit werde der Bankensektor stärker. «Unsere Banken
sind heute besser kapitalisiert und besser vorbereitet, um
wirtschaftliche Schocks auszuhalten», meinte Dombrovskis.

Vor diesem Hintergrund rief er die EU-Finanzminister auf, nun
Maßnahmen zur Vollendung der Bankenunion voranzutreiben. Gemünzt war
dies offenbar unter anderem auf die seit Jahren anhaltende Debatte
über das europäische Einlagensystem EDIS.

Für einige Länder weist die Statistik der Kommission allerdings noch
sehr hohe Anteile gefährdeter Kredite aus, so etwa 43,5 Prozent für
Griechenland, für Zypern 21,8 Prozent und für Italien 9,5 Prozent.
Bei allen hat sich der Bestand aber verringert. Allein italienische
Banken haben nach Angaben der EU-Kommission in den vergangenen drei
Jahren NPLs im Wert von 103 Milliarden Euro abgebaut.



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