Studie: Fälschungsmafia in Europa wird professioneller

12.06.2019 12:34

Madrid (dpa) - Die Fälschungsmafia agiert nach einem Bericht von
Experten in Europa zunehmend professioneller. Bei vergleichsweise
niedrigen Risiken erziele sie große Gewinne, heißt es in einer am
Mittwoch veröffentlichten Studie des Amtes der Europäischen Union für

geistiges Eigentum (EUIPO) im ostspanischen Alicante, die zusammen
mit Europol erstellt wurde.

In dieser ersten EU-weiten Bewertung der Bedrohungslage im Bereich
des geistigen Eigentums wird betont, dass die meisten auf dem
EU-Markt vertriebenen Fälschungen weiterhin außerhalb Europas - vor
allem in Asien - produziert werden. Gleichzeitig sei aber eine
steigende Tendenz bei der Herstellung in Europa zu beobachten.

Neben den traditionellen gefälschten Warenkategorien wie Kleidung,
Schuhen und Luxusgütern würden von organisierten kriminellen
Netzwerken zunehmend auch Erzeugnisse gehandelt, die «eine
potenzielle Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen». Dazu
gehöre zum Beispiel der Handel mit gefälschten Arzneimitteln zur
Behandlung schwerer Erkrankungen, der wohl zunehme.

Der Bewertung zufolge werden illegale digitale Inhalte weiterhin
online über sogenannte BitTorrent-Portale und Peer-to-Peer-Netzwerke,
aber zunehmend auch über sogenannte «Cyberlocker» verbreitet. Die
Eigentümer dieser Plattformen erzielten Gewinne dank digitaler
Werbung, die häufig Mainstream-Anzeigen von großen Marken umfasse. In
vielen Fällen würden diese Webseiten auch verwendet, um Kunden mit
Phishing-Techniken anzusprechen oder um Malware zu verbreiten.

«Durch unsere Zusammenarbeit mit Europol wollen wir die Bemühungen
der Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung von Straftaten auf
dem Gebiet des geistigen Eigentums unterstützen, wobei wir uns vor
allem auf das Internet konzentrieren», erklärte der Exekutivdirektor
von EUIPO, Christian Archambeau.



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