Brüssel an Trump: Keine Abwertung des Euro

12.06.2019 13:30

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat Kritik von US-Präsident Donald
Trump an einer angeblichen Abwertung des Euro zurückgewiesen. Dieser
Begriff passe nicht, sagte Vizepräsident Valdis Dombrovskis am
Mittwoch in Brüssel. Die Zinspolitik der Zentralbanken trage zwar zu
den Kursen bei, aber: «Am Ende des Tages wird der Wechselkurs von den
Marktteilnehmern bestimmt.»

Trump hatte auf Twitter auf die vielen Touristen in Europa verwiesen
und dies auf den starken Dollar zurückgeführt: «Dies liegt daran,
dass der Euro und andere Währungen gegenüber dem Dollar abgewertet
werden, was die USA stark benachteiligt», schrieb der US-Präsident.
Hauptziel seiner Kritik war dabei die US-Notenbank Fed. Die sei
Schuld am starken Dollar. «Sie haben keine Ahnung», schrieb Trump.

Dombrovskis und EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici warben erneut für
eine größere Rolle des Euro im internationalen Handel. Das richte
sich gegen niemanden, betonte Dombrovskis. Moscovici ergänzte, die EU
lege sehr viel Wert auf ihr gutes Verhältnis zu den USA. Doch sollten
sie einseitige Aktionen unterlassen. «Liebe ist keine Einbahnstraße»,

sagte der Franzose. «Für einen Tango braucht es zwei.»



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