Türkei hält mehr als 700 Migranten vom Grenzübertritt in EU ab

09.07.2019 16:53

Istanbul (dpa) - Türkische Sicherheitskräfte haben Regierungsangaben
zufolge innerhalb von zwei Tagen rund 770 Migranten davon abgehalten,
über die türkische Grenze in die EU zu gelangen. Die Gendarmerie habe
die Menschen bei Kontrollen in der nordwesttürkischen Provinz Edirne
entdeckt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am
Dienstag. Edirne grenzt sowohl an Griechenland als auch an Bulgarien.
Die Menschen stammten unter anderem aus Syrien, dem Iran,
Afghanistan, Somalia und Libyen.

Während eines Besuchs in Bosnien sagte der türkische Präsident Recep

Tayyip Erdogan am Dienstag, Sicherheitskräfte hätten zwischen 2015
und 2017 mehr als eine Million Migranten davon abgehalten, Grenzen in
EU-Länder zu überqueren. Man stoppe «99 Prozent» derer, die
versuchten, nach Europa zu gelangen.

Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt EU-Türkei sieht vor,
dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die
griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Im Gegenzug nehmen
EU-Staaten der Türkei schutzbedürftige Flüchtlinge aus Syrien ab und

finanzieren Hilfen für in der Türkei lebende Flüchtlinge.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 hatte es Tage gegeben, an
denen rund 7000 Migranten über die Türkei auf griechischen Inseln
ankamen. Der Flüchtlingszustrom von der Türkei vor allem nach
Griechenland dauert aber auf niedrigerem Niveau an. In diesem Jahr
sind bis 30. Juni nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR)
knapp 18 300 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen.



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