Merkel: Werden für EU-Kandidaten auf IWF-Chefposten kämpfen

10.07.2019 15:55

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf den Anspruch
Europas gepocht, auch künftig den Chefposten beim Internationalen
Währungsfonds zu besetzen. Sie sei sich mit dem finnischen
Ministerpräsidenten Antti Rinne einig gewesen, «dass es ein
europäischer Anspruch ist, wieder den Präsidenten des IWF zu
benennen», sagte Merkel am Mittwoch nach einem Treffen mit Rinne in
Berlin. «Die Welt hat sich verändert, und deshalb werden wir dafür
auch kämpfen müssen. Denn wir sind nicht alleine auf der Welt.»

Eine einheitliche Meinung in der EU bei dieser Frage werde deshalb
wichtig sein, sagte Merkel. In diesem Zusammenhang kämen natürlich
auch jene Länder in Betracht, die bei der Besetzung der europäischen
Spitzenposten «vielleicht nicht so zum Zuge gekommen sind». Wenn von
dort gute Kandidaten kämen, werde man sich diese anschauen. «Aber wir
dürfen solche Positionen auch nicht alleine aus der geografischen
Herkunft besetzen», sagte Merkel. Man müsse auch immer sehen, wie man
dies in der EU zusammenbringen könne. «Einigkeit von Europa ist jetzt

der entscheidende Punkt.»

IWF-Chefin Christine Lagarde, eine Französin, soll im November die
Nachfolge von Mario Draghi an der Spitze der Europäischen Zentralbank
EZB antreten. Der IWF-Chefposten wird traditionell von einem Europäer
besetzt. Frankreich drängt auf eine rasche Einigung auf einen
europäischen Kandidaten. Eine schnelle Entscheidung sei nötig, hatte
Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire am Montag beim Treffen der
Eurofinanzminister in Brüssel gesagt.



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