Von der Leyen will 50 Prozent weniger Klimagase bis 2030

10.07.2019 17:36

Brüssel (dpa) - Ursula von der Leyen will sich im Fall einer Wahl zur
EU-Kommissionschefin für deutlich verschärfte Klimaziele einsetzen.
Eine Verminderung der Treibhausgase um 50 Prozent bis 2030 sei
möglich, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in einer Sitzung der
Grünen-Fraktion des Europaparlaments. Sie sprach von einem «riesigen
Schritt nach vorne». Gleichzeitig verpflichtete sie sich auf das
Ziel, die europäische Wirtschaft bis 2050 klimaneutral zu gestalten.

Bisher hat sich die EU für das Jahr 2030 eine Minderung der Klimagase
um 40 Prozent vorgenommen, gemessen an 1990. Von der Leyen will also
deutlich mehr Tempo. Die EU-Länder haben sich bisher nicht auf
Klimaneutralität bis 2050 einigen können. Der Begriff bedeutet, dass
bis dahin fast alle Klimagase eingespart werden müssen und der Rest
ausgeglichen werden muss.

Konkret sprach sie sich für die Einbindung des Flug-, Schiffs- und
Straßenverkehrs in den europäischen Emissionshandel aus. Kohlendioxid
müsse einen Preis haben, sagte von der Leyen. EU-Staaten, die beim
Klimaschutz hinterherhinkten, sollten finanzielle Unterstützung
bekommen.

Bereits in einer Anhörung der Liberalen wenige Stunden zuvor hatte
von der Leyen gesagt: «Wir alle im Raum wissen, dass die Uhr tickt.»
Wenn sich die EU bei neuen Technologien an die Spitze setze, könne
die Union ein Modell für die Welt sein. «Lassen Sie uns mutig und
lassen Sie uns ehrgeizig sein», sagte sie.

Von der Leyen war in der vergangenen Woche überraschend von den
EU-Staats- und Regierungschefs zur Kandidatin für das Amt der
Präsidentin der Europäischen Kommission nominiert worden. Sie wirbt
um Stimmen der Fraktionen. Die Wahl ist vorläufig für den 16. Juli
vorgesehen.



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