UN fordern Europäer zu neuen Rettungsaktionen im Mittelmeer auf

12.07.2019 01:30

Genf (dpa) - Die unhaltbaren Zustände für Flüchtlinge und andere
Migranten in Libyen müssen die Europäer und andere Aufnahmeländer
nach Überzeugung der Vereinten Nationen zum Umdenken zwingen. Die
Europäer sollten ihre eingestellten Such- und Rettungsaktionen im
Mittelmeer wieder aufnehmen und die Migranten in sichere Häfen
bringen, verlangten der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR),
Filippo Grandi, und der Chef der Organisation für Migration (IOM),
Antonio Vitorino am Donnerstagabend in einer Erklärung in Genf. Zudem
seien dringend mehr Aufnahmeplätze für in Libyen Gestrandete nötig.


Die Rückführung von Migranten nach Libyen, die auf dem Mittelmeer
gerettet werden, müsse gestoppt werden. Libyen sei ein gefährliches
Pflaster. Eine Tragödie wie der Tod von mehr als 50 Migranten, die
vergangene Woche bei einem Raketeneinschlag im Internierungslager
Tadschura östlich von Tripolis umkamen, dürfe sich nie wiederholen.
Die Gegend ist seit Beginn der Offensive von General Chalifa Haftar,
der die Regierung in der Hauptstadt stürzen will, heftig umkämpft.

Nach Angaben von UNHCR und IOM halten sich in Libyen rund 50 000
registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende auf, ebenso wie 800 000
weitere Migranten. Flüchtlinge sind nach UN-Definition Menschen, die
vor Gewalt oder Verfolgung flüchten, andere Migranten suchen ein
besseres Leben im Ausland. Alle diese Menschen müssten besser davor
geschützt werden, in die Hände von Menschenschmugglern zu fallen,
verlangten Grandi und Vitorino.



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