Studie zu Steueroasen: Großkonzerne meiden Bahamas & Co

12.07.2019 12:15

Mannheim (dpa) - Die neuen Meldepflichten für Großkonzerne in der
Europäischen Union zeigen laut einer Studie Wirkung. Internationale
Konzerne nutzen einer Analyse des Mannheimer Zentrums für Europäische
Wirtschaftsforschung (ZEW) kaum noch klassische Steueroasen wie die
Bahamas oder das britische Überseegebiet Cayman Islands, um Abgaben
zu sparen. Einzelne Steueroasen wurden aber nicht untersucht.

Marcel Olbert, Mitautor der Studie von der Universität Mannheim
sagte, ein Grund dafür sei, dass die Großkonzerne durch die
Offenlegungen für die Jahre nach 2016 eine kritischere Überprüfung
der Steuerstrukturen durch Finanzbehörden bei Betriebsprüfungen
erwarteten. «Diese könnten in erhöhten Steuernachzahlungen oder gar
Strafzahlungen münden.» Zuvor hatte das «Handelsblatt» (Freitag)
über
die ZEW-Studie berichtet.

Im Kampf gegen Steuerflucht hatten die G20-Staaten der wichtigsten
Industrie- und Schwellenländer unter anderem Meldepflichten für
Großkonzerne eingeführt. Vor allem das «Country-by-Country-Reporting
»
wirkt laut ZEW, also die Pflicht, heimischen Steuerbehörden Umsätze,
Gewinne, Mitarbeiterzahlen und Steuerzahlungen aufgeschlüsselt nach
dem einzelnen Land der Geschäftstätigkeit zu melden. «Das Schließen

der Steueroasen hatte tatsächlich den Effekt, dass dort weniger
Gewinne von den jetzt meldepflichtigen Unternehmen registriert
werden», sagte Studienleiter Christoph Spengel dem «Handelsblatt».
Der Nebeneffekt sei leider, dass die Konzerne mehr in
Niedrigsteuerländern investierten.



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