Italien macht dicht - Migranten kommen über andere Mittelmeerrouten

13.08.2019 15:49

Warschau/Brüssel (dpa) - Angesichts der harten Linie Italiens weichen
Migranten auf andere Wege übers Mittelmeer aus. Auf der Route von
Nordafrika nach Spanien stieg die Zahl illegaler Einreisen im Juli im
Vergleich zum Vormonat um 22 Prozent, wie die EU-Grenzschutzbehörde
Frontex am Dienstag mitteilte. Insgesamt kamen aber über alle
Fluchtrouten in den ersten sieben Monaten 2019 etwa 30 Prozent
weniger Menschen in die Europäische Union als in der gleichen Zeit
des Vorjahrs - rund 54 300.

Italien verweigert Flüchtlingsrettungsschiffen die Einfahrt in seine
Häfen und macht nur Ausnahmen, wenn andere EU-Länder vorher die
Aufnahme der Menschen zusichern. Die Zahl der Ankünfte über die
sogenannte zentrale Mittelmeerroute nach Italien und Malta sank laut
Frontex von 1150 im Juni auf etwa 1100 im Juli. Insgesamt kamen auf
diesem Weg dieses Jahr bisher 4900 Personen, etwas mehr als ein
Viertel der Zahl 2018. Auf der westlichen Mittelmeerroute nach
Spanien waren es knapp 13 000.

Die Hauptfluchtroute liegt aber immer noch im Osten des Mittelmeers,
wo 28 200 Menschen bei der illegalen Einreise in die EU auffielen.
Die Zahl sank in den ersten sieben Monaten zwar insgesamt um sechs
Prozent, weil weniger Menschen über den Landweg von der Türkei nach
Griechenland kamen. Die griechischen Inseln meldeten jedoch ein
Viertel mehr Ankömmlinge als in der Zeit von Januar bis Juli 2018.

Sogar verdoppelt hat sich die Zahl der illegalen Grenzübertritte in
den ersten sieben Monaten auf der westlichen Balkanroute: Hier wurden
5800 Menschen gezählt.



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