Krasse Unterschiede bei der Tabaksteuer - EU fordert neuen Ansatz

10.02.2020 16:19

Brüssel (dpa) - Ein Päckchen Zigaretten für 2,57 Euro in Bulgarien -

oder für 11,37 Euro in Irland: Der krasse Unterschied bei
Tabaksteuern in den EU-Staaten schadet aus Sicht der EU-Kommission
dem Kampf gegen Krebs und sollte überarbeitet werden. Nötig sei ein
umfassender Ansatz, der Gesundheitsaspekte, Steuern, den Kampf gegen
Schwarzhandel und Umweltschutz verbinde, erklärte die Brüsseler
Behörde am Montag nach einer Überprüfung der einschlägigen EU-Regel
n.

Diese sehen Mindestsätze bei der Tabaksteuer vor, die aber in den
einzelnen EU-Staaten übertroffen werden können. Die östlichen Staaten

haben relativ niedrige Tabaksteuern und damit auch preiswerte
Zigaretten. In Bulgarien sind sie am billigsten, doch liegt zum
Beispiel auch Polen mit einem mittleren Päckchenpreis von 3,26 Euro
sehr günstig. Deutschland liegt mit durchschnittlich 5,64 Euro im
Mittelfeld. Dagegen sind Zigaretten nicht nur in Irland, sondern auch
in Frankreich (7,78 Euro) und Großbritannien (8,77 Euro) sehr teuer.

Der Flickenteppich hat nach Darstellung der EU-Kommission zwei
Effekte: Die Unterschiede seien Anreiz, billige Zigaretten im
Binnenmarkt über die Grenze zu bringen. Und die Abschreckung vom
Rauchen sei zu gering. Dabei liege der Anteil von Rauchern unter
Erwachsenen in Europa bei 26 Prozent und sei somit immer noch Grund
zur Sorge. Bei den 15- bis 24-jährigen seien es sogar 29 Prozent.
Besteuerung sei wichtig, um den Tabakkonsum zu senken.

Unterm Strich habe die Überprüfung gezeigt, dass die Steuerregeln
anderen politischen Zielen der EU wenig unterstützen, heißt es in dem
Papier. Dies gelte unter anderem für den Kampf gegen Krebs.



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