Türkei setzt Bohrungen vor Zypern fort - zweites Schiff im Einsatz

30.07.2020 16:28

Nikosia (dpa) - Trotz wiederholter Kritik der EU setzt die Türkei die
Suche nach Erdgas vor Zypern fort. Das türkisches Schiff «Barbaros»
befindet sich seit Donnerstag östlich der Mittelmeerinsel, wie aus
NAVTEX-Navigationssicherheitswarnungen der türkischen Station Antalya
vom Donnerstag hervorgeht. Ein anderes Bohrschiff, die «Yavuz»,
forscht seit Monaten im Südwesten der Insel nach Erdgas. Beide führen
diese Suchen ohne Genehmigung der Regierung in Nikosia durch. Die EU
hat die Aktionen verurteilt und droht der Türkei mit Strafmaßnahmen.

Internationale Energieunternehmen hatten in den vergangenen Jahren
Erdgasvorkommen unter dem Meeresboden vor Zypern entdeckt und
Bohrungen im Auftrag der Regierung in Nikosia begonnen. Dies führte
zu schweren Spannungen zwischen Ankara und Nikosia. Die Türkei
erkennt nämlich das EU-Land Zypern nicht an und lehnt die Suche nach
Erdgas vor einer Lösung der Zypern-Frage und ohne die Zustimmung der
türkischen Zyprer ab. Ankara führt deswegen eigene Forschungen ohne
die Lizenz der Regierung in Nikosia in der Region durch.

Die EU übte am Donnerstag erneut scharfe Kritik an dem Vorgehen der
Türkei. Die Hoheitsrechte von EU-Staaten müssten geachtet werden,
sagte ein Sprecher des Auswärtigen Dienstes in Brüssel. Die neuen
seismischen Erkundungen seien eine negative Entwicklung und in keiner
Art und Weise hilfreich. Es brauche ein Deeskalation in der Region.



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