Ugandas Oppositionsführer Bobi Wine warnt vor Wahlmanipulation

12.01.2021 14:01

Kampala (dpa) - Kurz vor der Wahl in Uganda hat Oppositionsführer
Bobi Wine vor Manipulation gewarnt. Der seit 1986 amtierende
Präsident Yoweri Museveni «ist für Wahlmanipulation bekannt, also
seid vorsichtig und schützt eure Stimmen», sagte der
Präsidentschaftskandidat und Popstar, der mit bürgerlichem Namen
Robert Kyagulanyi heißt, am Dienstag. Er rief alle Wahlberechtigten
auf, wählen zu gehen und nannte die für Donnerstag geplante
Abstimmung eine «Protest-Wahl». Er mahnte: «Sollte diese Wahl nicht

gut abgehalten werden, wird der ganze Prozess zu Gewalt führen.»

Am Donnerstag sind die Bürger des ostafrikanischen Landes aufgerufen,
einen neuen Präsidenten und ein Parlament zu wählen. Die Lage ist
sehr angespannt: In den vergangenen Monaten waren Sicherheitskräfte
immer wieder bei Wahlveranstaltungen gegen Oppositionsunterstützer
vorgegangen, Dutzende Menschen starben bei Unruhen im November. Auch
Wine wurde öfters schikaniert und festgenommen, zuletzt am Dienstag:
Die Armee sei in sein Haus eingefallen und hätte seine
Sicherheitsleute festgenommen, twitterte der Oppositionsführer.

«Der übermäßige Einsatz von Gewalt vonseiten der Sicherheitskräft
e
hat diesen Wahlprozess ernsthaft getrübt», sagte EU-Außenbeauftragter

Josep Borrell. Die EU erwarte transparente und glaubwürdige Wahlen.
Borrell merkte auch an, dass es der EU nicht gestattet gewesen
sei, Wahlbeobachter nach Uganda zu entsenden.

Museveni, der sich eine weitere Amtszeit sichern will, galt lange als
Hoffnungsträger in dem Land, heute kritisiert die junge Generation
aber Korruption und ineffektive Regierungsführung und fordert
Veränderungen. Dafür steht für viele junge Ugander der Musiker Wine
,
der durch seine lautstarke Kritik an Museveni und unkonventionelle
Art zum Hoffnungsträger der jungen Generation geworden ist.



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