Hartz IV-Leistungen auch für Au-Pairs

Für Hartz IV-Anspruch reicht Wochenarbeitszeit von 10 Stunden

Au-Pairs können Hartz-IV beantragen, auch wenn sie nur für einen begrenzten Zeitraum bei einer Gastfamilie in Deutschland gearbeitet haben. Bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 10 Stunden hat jeder EU-Bürger, der in Deutschland lebt und arbeitet, Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen.

Ein Au-Pair aus Kroatien klagte erfolgreich beim Sozialgericht Landshut, nachdem das Jobcenter ihr Hartz-IV-Leistungen verweigert hatte. In diesem Fall erhielt die Kroatin von der Gastfamilie in Deutschland neben freier Kost und Logis eine Vergütung von 260 Euro im Monat. Ihre Arbeitszeit betrug zwischen 4 und 5 Stunden am Tag. Ihre Tätigkeit umfasste bezahlten Urlaub sowie eine Kranken- und Unfallversicherung.

Die Klägerin war nach ihrer Au-Pair-Zeit als Empfangskraft in einem Hotel tätig. Nach Ende der Beschäftigung beantragte sie beim Jobcenter Hartz-IV-Leistungen. Europarechtlich betrachtet, begründet der Einsatz als Au-Pair die Arbeitnehmereigenschaft und dadurch einen Anspruch auf Sozialleistungen. Das Sozialgericht gab der Klägerin recht.



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