Europäische Zuwanderer in Deutschland oft benachteiligt

03.03.2026 12:17

Aus vielen EU-Ländern kommen Arbeitskräfte nach Deutschland. Doch
nicht immer fühlen sie sich willkommen. Für Verbesserungen sieht die
SPD-Integrationsbeauftragte auch den CSU-Innenminister gefordert.

Berlin (dpa) - Menschen aus Rumänien, Bulgarien und anderen
EU-Staaten fühlen sich in Deutschland einer neuen Studie zufolge oft
diskriminiert. Das Überraschende an den Ergebnissen der
großangelegten Untersuchung sei, «dass der Faktor der Diskriminierung
doch zentraler ist als vorher angenommen», sagte die
Bundesbeauftragte für Migration, Integration sowie für Antirassismus,
Natalie Pawlik (SPD), in Berlin. 

Tübinger Forscher hatten im Auftrag der Regierung EU-Bürgerinnen und
-Bürger unter anderem über Facebook und Instagram befragt. Zwar gebe
es keine passenden Daten für eine repräsentative Stichprobe, doch
lieferten die Ergebnisse der Social-Media-Befragung authentische
Einblicke, sagte Studienleiter Bernhard Boockmann von der Uni
Tübingen. 

Nur 23 Prozent der Befragten fühlen sich demnach nie benachteiligt
oder ausgeschlossen, 63 Prozent selten oder gelegentlich - und 14
häufig oder sehr häufig. Viele EU-Bürgerinnen und -Bürger hätten

praktische Sorgen vor allem um ihren Arbeitsplatz. Pawlik
kritisierte, dass etwa in der Altenpflege viele mangels Anerkennung
ihrer Abschlüsse unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten müssten.

37.000 EU-Bürger nun ohne Integrationskurs

An die Adresse von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte
die SPD-Politikerin, dass der auch für EU-Bürger geltende
Zulassungsstopp zu Integrations- und Sprachkursen zurückgenommen
wird. Pawlik kritisierte den Zulassungsstopp für die freiwilligen
Teilnehmenden durch Innenministerium und Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge als «fatal». 

«Ich halte das integrationspolitisch, aber auch
gesellschaftspolitisch für falsch, weil Sprache der zentrale
Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe, für Aufstieg in unserer
Gesellschaft ist», sagte Pawlik. «Das sind um die 130.000 Menschen,
die das betrifft, die jetzt keinen Zugang mehr zu den
Integrationskursen haben - und von diesen sind ungefähr 37.000
EU-Bürgerinnen und EU Bürger.»