Autozölle: EU hofft auf Einigung mit den USA

06.05.2026 16:40

Mit Blick auf Trumps angedrohte Autozölle mahnt Frankreich beim
G7-Handelsgipfel mehr Respekt und Zusammenarbeit zwischen Europa und
den USA an. Auch Berlin hofft im Zollstreit auf eine Einigung.

Paris (dpa) - Im Ringen um eine Abwehr erhöhter US-Autozölle haben
die Europäer ein G7-Handelsministertreffen in Paris für direkte
Gespräche mit den Amerikanern genutzt und sich im Anschluss
vorsichtig optimistisch geäußert. Bundeswirtschaftsministerin
Katherina Reiche (CDU) sagte in Paris, sie hoffe auf eine
Verständigung mit den USA zu den angedrohten Autozöllen. Sie habe
sich dazu selbst mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer und
US-Handelsminister Howard Lutnick beraten. «Und ich bin guter
Hoffnung, dass wir auch diese Herausforderung gut miteinander gelöst
bekommen», so Reiche.

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic äußerte sich nach Beratungen mit
dem US-Handelsbeauftragten in der französischen Hauptstadt ebenfalls
zuversichtlich. Beide Seiten müssten das im Sommer 2025 vereinbarte
Zollabkommen zwischen der EU und den USA umsetzen. Es gehe nun um
eine schnelle Bestätigung des europäischen Zollabkommens mit den USA
im EU-Parlament. Dabei setze er auf schnellen Fortschritt, sagte
Sefcovic, der schon am Mittag wieder nach Brüssel abreiste, um dort
am Abend über die Ratifizierung des Handelsabkommens mit den USA zu
beraten.

Trump droht mit erhöhten Einfuhrzöllen für Autos aus der EU

Vergangene Woche hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, er
wolle Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA
eingeführt werden, von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Er begründete das
mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an das vereinbarte
Handelsabkommen. Die Zollerhöhungen würden vor allem Deutschland
treffen.

Der französische Handelsminister Nicolas Forissier zeigte sich mit
Blick auf die angedrohten US-Autozölle nach dem Treffen gelassen.
«Was die Ankündigungen aus den USA in der vergangenen Woche betrifft,
so handelt es sich um Erklärungen, die bislang weder bestätigt noch
konkret umgesetzt wurden.» Er sehe darin eher einen US-Appell an die
Europäer, bei dem Thema Dampf zu machen. Das Handelsabkommen befinde
sich innerhalb der EU im Abstimmungsverfahren zwischen Rat,
Kommission und Parlament. «Wir befinden uns in einem normalen
Prozess, der immer etwas langwierig ist.»

Paris warnt vor Alleingängen und Drohgebärden

Vor dem Hintergrund des Streits um Autozölle mahnte der Pariser
Minister zu einem Schulterschluss zwischen den USA und Europa und
warnte vor Alleingängen und Drohgebärden. Die transatlantischen
Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten seien von
entscheidender Bedeutung. «Sie müssen aus dieser Perspektive
weiterhin auf Vertrauen, Vorhersehbarkeit, gegenseitigem Respekt und
dem Zuhören füreinander aufbauen. Das lässt natürlich keinen Raum f
ür
einseitige Entscheidungen oder Drohungen, die Unsicherheit schaffen
und geduldig aufgebaute Gleichgewichte infrage stellen», sagte
Forissier. «Das ist nicht möglich.»

Frankreich hat im laufenden Jahr den G7-Vorsitz. Zu den G7-Staaten
gehören Deutschland, die USA, Japan, Kanada, Großbritannien,
Frankreich und Italien.

Sorge um blockierte Straße von Hormus

Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus mit massiven
Auswirkungen auf die Energieversorgung und den Welthandel war
ebenfalls ein Sorgenthema, über das die G7-Handelsminister in Paris
berieten. Vereinbart worden sei, in der kommenden Zeit zügig über
Alternativen nachzudenken, die es ermöglichen können, die Risiken im
internationalen Handel angesichts solcher Situationen abzusichern,
sagte der französische Minister. Konkret gehe es dabei um
Ausweichrouten für die blockierte Meerenge, sowohl über Land als auch
über das Meer.