Iran-Krieg treibt Inflation in der Eurozone auf 3,0 Prozent

20.05.2026 12:02

Der Iran-Krieg macht das Leben in Europa teurer. Die Ölpreise sind
kräftig gestiegen, das schlägt sich etwa an den Tankstellen nieder.

Luxemburg (dpa) - Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Iran-Krieges hat
die Inflation in der Eurozone weiter deutlich zugelegt. Im April
stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,0 Prozent, wie
das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg nach einer zweiten
Schätzung mitteilte. Damit wurde eine erste Schätzung wie von
Volkswirten erwartet bestätigt. Im März hatte die Inflationsrate in
den Ländern mit der Euro-Währung bei 2,6 Prozent gelegen. Die
Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine
Jahresteuerung von zwei Prozent an.

Im Vergleich zum Vormonat legten die Preise um 1,0 Prozent zu. Auch
hier wurde die Erstschätzung bestätigt.

Angetrieben wurde die Inflation durch die im Zuge des Iran-Kriegs
gestiegenen Energiepreise. Diese legten um 10,8 Prozent im
Jahresvergleich zu. Im März waren sie nur um 5,1 Prozent gestiegen
und im Februar um 3,1 Prozent gefallen. Im Dienstleistungssektor
schwächte sich der Preisauftrieb von 3,3 Prozent im Vormonat auf 3,0
Prozent ab. Die Preise für Lebens- und Genussmittel stiegen um 2,4
Prozent und für Industriegüter um 0,8 Prozent.

Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige
Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden,
gab hingegen etwas nach. Sie fiel von 2,3 auf 2,2 Prozent. Hier wurde
die erste Schätzung ebenfalls bestätigt.

Die Augen richten sich jetzt auf die Europäische Zentralbank (EZB).
Ökonomen erwarten überwiegend, dass die EZB auf ihrer nächsten
Sitzung im Juni ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte anheben wird.