Kallas: EU-Mexiko-Gipfel soll «geopolitisches» Signal setzen
22.05.2026 02:51
Die EU und Mexiko wollen nicht nur Handelspartner sein: Bei einem
Gipfel in Mexiko-Stadt soll in unsicheren Zeiten ein Signal für eine
engere Zusammenarbeit gesetzt werden.
Mexiko-Stadt (dpa) - Mit ihrem ersten bilateralen Gipfeltreffen seit
zehn Jahren wollen die Europäische Union und Mexiko ihre
Zusammenarbeit auch angesichts zahlreicher globaler Krisenherde
ausbauen. «Hier geht es um mehr als nur Handel. Es ist ein
geopolitisches Statement», sagte EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas in
der mexikanischen Hauptstadt nach einem Treffen mit Außenminister
Roberto Velasco.
Bei dem heutigen Gipfeltreffen soll das modernisierte Handels- und
Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Mexiko unterzeichnet
werden. Dafür reisten auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der
Leyen und EU-Ratspräsident António Costa nach Mexiko-Stadt, wo sie
unter anderem Präsidentin Claudia Sheinbaum treffen werden.
Das größte spanischsprachige Land mit 130 Millionen Einwohnern ist
auch für die EU ein zunehmend wichtiger Handelspartner. Die EU ist
wiederum nach den USA Mexikos zweitgrößter Exportmarkt weltweit.
Kallas: Ein Signal zuverlässiger Partnerschaft
Außenminister Velasco sprach nach dem Treffen mit Kallas am
Donnerstag (Ortszeit) vom Beginn einer neuen Etappe der bilateralen
Beziehungen vor dem Hintergrund großer globaler Herausforderungen.
Kallas sagte, Europa und Mexiko könnten die weltweite Unsicherheit
zwar nicht beseitigen, gemeinsam könnten sie jedoch deren
Auswirkungen abmildern und ihre eigene Zukunft gestalten. Das sende
«ein klares Signal», dass beide Seiten zuverlässige Partner seien, so
Kallas weiter.
Neben Handelsfragen umfasst das neue globale EU-Mexiko-Abkommen auch
Themen wie Klimawandel, Menschenrechte und internationale
Zusammenarbeit. Zudem sollen weitere Zölle und Handelshemmnisse
abgebaut werden.
Für Mexiko könnte eine stärkere Zusammenarbeit mit der EU auch ein
nützliches Gegengewicht sein, um die Abhängigkeit des Landes vom
nördlichen Nachbarn zu mindern: Etwa 80 Prozent der mexikanischen
Exporte gehen aktuell in die USA. Und der Nachbar schottet sich unter
der Regierung von US-Präsident Donald Trump durch die Einführung
neuer Zölle immer stärker ab.
