Wirtschaftskrise: Eurogruppen-Chef warnt vor Verschärfung

22.05.2026 10:18

Wenn der Iran-Krieg weitergeht und die Straße von Hormus geschlossen
bleibt, könnte es immer schwieriger werden für Europa, mahnt der Chef
der Eurogruppe - und will eine Finanzkrise verhindern.

Nikosia (dpa) - Der Eurogruppenpräsident Kyriakos Pierrakakis warnt
vor einer Verschärfung der Wirtschaftskrise in Europa, je länger der
Iran-Krieg andauert und die Straße von Hormus geschlossen bleibt. Man
sei sich sehr bewusst, dass «Juni schlimmer sein wird als der Mai,
Juli schlimmer als Juni», sagte Pierrakakis am Rande eines Treffens
mit den Finanzministern in Eurogruppe in Zyperns Hauptstadt Nikosia.
«Wir beobachten die Situation genau.»

Man haben gesehen, was an den Anleihemärkten geschieht und welche
Instabilität dort herrscht, so Pierrakakis weiter. «Wir versuchen
dabei, ein Gleichgewicht zu finden: Einerseits müssen wir unsere
Bürgerinnen und Bürger, unsere Gesellschaften und insbesondere die
Schwächsten unterstützen. Andererseits dürfen wir nicht zulassen,
dass sich diese Energiekrise zu einer Fiskalkrise ausweitet.» 

Seit die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus faktisch
gesperrt ist, sind die Rohölpreise nach oben geschnellt. Hohe
Energiepreise belasten Unternehmen und Verbraucher.

Es gebe einen stagflationären Druck, aber Europa sei widerstandsfähig
und habe bereits begonnen, auf die Krise zu reagieren, sagte
Pierrakakis. Mit Stagflation wird eine Wirtschaftsflaute bei zugleich
deutlich steigenden Preisen bezeichnet.

In ihrer am Donnerstag vorgestellten Konjunkturprognose senkte die
EU-Kommission ihre Wachstumserwartungen von 1,4 Prozent auf 1,1
Prozent. Für die 21 Staaten der Eurozone wurde sie auf 0,9 Prozent
reduziert, Deutschland traut sie nur noch ein Mini-Wachstum zu: Die
Brüsseler Behörde rechnet mit 0,6 Prozent Plus im laufenden Jahr für

in der größten Volkswirtschaft Europas.