Günstigerer Dünger: EU will Landwirte entlasten

22.05.2026 11:14

Stickstoff-Düngemittel sind teurer geworden. Die EU-Länder wollen
dafür sorgen, dass Landwirte zumindest zeitweise günstiger an Dünger

für ihre Felder kommen.

Brüssel (dpa) - Europas Landwirte sollen künftig wieder günstiger an

bestimmte importierte Düngemittel kommen. Die Standardzölle auf
Einfuhren mehrerer wichtiger Stickstoffdüngemittel und Vorprodukte
für deren Herstellung (Ammoniak, Harnstoff) werden nach einem
Beschluss der EU-Länder für ein Jahr ausgesetzt. Je nach Entwicklung
solle die Europäische Kommission gegebenenfalls eine Verlängerung
oder Anpassung der Aussetzung vorschlagen, wie aus einer Mitteilung
hervorgeht. Nicht gelten soll sie für Produkte aus Russland und
Belarus.

Nach Angaben der Europäischen Kommission können mit der Maßnahme rund

60 Millionen Euro an Einfuhrzöllen gespart werden. Die Maßnahme, die
zum Inkrafttreten noch im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden muss,
soll außerdem dazu beitragen, weniger abhängig von Importen aus
Russland und Belarus zu sein. 

Die EU importiert den Angaben nach bereits einen erheblichen Teil
stickstoffbasierter Düngemittel zollfrei aus einigen Ländern. Dennoch
führe die Union weiterhin große Mengen dieser Waren aus Ländern ein,

die dem gemeinsamen Zolltarif unterliegen, hieß es. Düngemittel sind
für europäische Landwirte essenziell, um die landwirtschaftliche
Produktion und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Seit 2021
sind die Preise für diese Produkte erheblich gestiegen.