Hunde und Katzen in EU müssen gechippt werden
22.05.2026 12:42
Katze zugelaufen? Mit neuen EU-Regeln soll schneller klar sein, zu
wem das Tier eigentlich gehört. Außerdem sollen die Vorschriften den
Tierschutz verbessern.
Brüssel (dpa) - Hunde und Katzen in der EU müssen künftig durch
Mikrochips identifizierbar sein. Die EU-Staaten gaben in Brüssel
finales grünes Licht für die neuen Regeln, mit denen etwa der
illegale Handel mit den Tieren eingedämmt und ihr Schutz verbessert
werden soll.
Für die Chip-Pflicht gibt es danach mehrjährige Übergangsfristen. F
ür
Hunde greift sie zehn Jahre nach dem Inkrafttreten und für Katzen
nach 15 Jahren - jeweils, wenn sie privat gehalten werden.
Bauernhofkatzen sind davon ausgenommen. Für Händler gelten die neuen
Regeln dagegen bereits nach vier Jahren.
In Deutschland gibt es bislang keine allgemeine Chip- und
Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen. Viele Städte und
Bundesländer haben aber bereits Regeln. Die neuen EU-Regeln müssen
nun noch im Amtsblatt der Staatengemeinschaft veröffentlicht werden,
bevor sie in Kraft treten. Grundlage für die neuen Regeln war ein
Vorschlag der Europäischen Kommission.
Gegen illegalen Handel
Künftig müssen alle Hunde und Katzen etwa in einer nationalen
Datenbank registriert werden. Die Daten können zwischen den
EU-Ländern ausgetauscht werden, sodass ein Tier besser einem Halter
zugeordnet werden kann. Läuft etwa ein Hund im Urlaub davon, kann so
auch in einem Tierheim im Ausland besser ermittelt werden, wohin er
gehört. Außerdem soll es so schwieriger werden, Hunde und Katzen, die
rechtswidrig gehalten oder in die EU gebracht wurden,
weiterzuverkaufen.
Für Händler und Züchter wird außerdem festgeschrieben, dass sie die
Tiere unter guten Bedingungen halten müssen. Hunde und Katzen mit
«extremen Merkmalen» dürfen zudem nicht für die Zucht verwendet
werden, wenn ein «hohes Risiko» für Leid besteht. Genaue Definitionen
dafür soll die EU-Kommission mit Fachleuten bis Juli 2030 festlegen.
Stark gezüchtete Hunde mit extrem flachen Nasen haben etwa oft
Atemnot.
Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union besitzen offiziellen
Angaben zufolge mehr als 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen.
Beim Handel mit den beiden Tierarten wird Schätzungen zufolge
jährlich ein Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro erzielt.
