Reul: Grenzkontrollen bringen Ordnung in Migrationsfrage

09.06.2026 07:01

Er sei kein glühender Fan von Grenzkontrollen, sagt der
NRW-Innenminister. Beibehalten möchte er sie an Deutschlands Grenzen
trotzdem - obgleich die Zahl der Asylanträge sinkt.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert
Reul lehnt ein Ende der Kontrollen an den Grenzen zu Belgien und den
Niederlanden ab. «Ich bin als Europäer kein glühender Fan von
Grenzkontrollen. Aber wir sehen, dass es offenbar Effekte gibt, wenn
wir bei der Einreise ein wenig genauer hinschauen», sagte der
CDU-Politiker dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Dienstag). «Das ist ein

Baustein, der uns dabei hilft, Ordnung vor allem auch in die
Migrationsfrage zu bringen.» 

Hintergrund sind die neuen EU-Regeln zum Gemeinsamen Europäischen
Asylsystem (GEAS), die ab Freitag (12. Juni) gelten. Die Reform sieht
unter anderem vor, dass Asylverfahren an jenen EU-Außengrenzen
durchgeführt werden sollen, an denen Schutzsuchende erstmals
ankommen. Menschen mit geringen Aussichten auf Schutz sollen dort
festgehalten und bei einem negativen Bescheid abgeschoben werden. 

Sinkende Zahl der Asylanträge

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner verwies darauf, dass die
Mitgliedsstaaten dann in der Lage seien, auf die schrittweise
Abschaffung der Kontrollen an den Binnengrenzen hinzuarbeiten.
Zuletzt sank die Zahl der Asylanträge in der EU kontinuierlich. Auch
bei den irregulären Grenzübertritten in die Europäische Union war
laut EU-Grenzschutzbehörde Frontex zuletzt ein deutlicher Rückgang zu
verzeichnen.

In Deutschland gibt es seit September 2024 wieder Kontrollen an allen
Landesgrenzen. Angeordnet wurden sie von der damaligen
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Im Mai vergangenen Jahres
hatte Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) die Grenzkontrollen weiter
intensiviert. Insgesamt wurden sie bereits dreimal verlängert -
zuletzt bis Mitte September 2026. 

Eigentlich sind innerhalb des Schengen-Raums, der die meisten
EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz
umfasst, keine Kontrollen an den Grenzen vorgesehen.