Bereits mehr als 100 bestätigte Ebola-Tote im Kongo
09.06.2026 15:21
Bereits mehr als 100 bestätigte Todesfälle im Kongo - und zahlreiche
Herausforderungen für die Helfer. Doch es gibt auch gute Nachrichten:
Mehrere Menschen sind auf dem Weg der Besserung.
Kinshasa (dpa) - Die Zahl der bestätigten Ebola-Toten in der
Demokratischen Republik Kongo und Uganda ist nach Angaben der
Gesundheitsbehörde Africa CDC auf 102 gestiegen. Die Zahl der
bestätigten Krankheitsfälle betrage mit Stand von Montag insgesamt
608 Patienten, davon 19 in Uganda, hieß es weiter. Während im Kongo
innerhalb der vergangenen 24 Stunden 45 neue Fälle bestätigt wurden,
gab es im Nachbarland Uganda in dieser Zeit keinen neuen Fall.
Die Sterblichkeitsrate bei diesem Ausbruch liege bei knapp 17
Prozent, hieß es weiter. Bei anderen Ebola-Epidemien lag sie teils
bei mehr als 50 Prozent. Nach Angaben des kongolesischen
Informationsministeriums befanden sich 309 Menschen in Krankenhäusern
oder in Isolation. 19 Patientinnen und Patienten waren demnach auf
dem Weg der Besserung.
Kein Impfstoff für Erregerstamm des derzeitigen Ausbruchs
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird
durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.
Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es
für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen
Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Menschen,
die mit einer infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und
zu beobachten. Derzeit liegt die Kontaktverfolgung nach Angaben der
Regierung in Kinshasa bei rund 64 Prozent.
In der nordostkongolesischen Region Ituri, die besonders stark
betroffen ist, ist die vorhandene medizinische Infrastruktur schon
unter normalen Umständen schwach. Nach Angaben von Africa CDC
verfügen viele Gesundheitseinrichtungen nicht über ausreichend
Trinkwasser, auch an Schutzausrüstung für die medizinischen Teams,
die mit Ebola-Patienten arbeiten, mangele es.
EU kündigt mehr als 30 Millionen Euro Hilfen an
Die EU hat seit Mai 31,5 Millionen Euro an Unterstützung zur
Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs und zur humanitären Nothilfe
angekündigt. Dabei geht es unter anderem um Tests, persönliche
Schutzausrüstung von Helfern und Mittel für die Forschung. Insgesamt
sind in diesem Jahr laut EU-Kommission mehr als 115 Millionen Euro an
humanitärer Nothilfe für die Region vorgesehen. Zusammen mit Unicef
seien fast 100 Tonnen Hilfsgüter in den Osten des Kongo geliefert
worden - darunter Medikamente, Schutzausrüstung, Materialien zur
Infektionskontrolle und Zelte.
Proteste in Kenia gegen Ebola-Quarantäneeinrichtung für US-Bürger
Unterdessen gab es im zentralkenianischen Nanyuki Proteste gegen die
Einrichtung eines Ebola-Quarantänelagers für US-Bürger auf dem
dortigen Luftwaffenstützpunkt. Die Polizei ging mit Tränengas gegen
die Demonstranten vor. Nach Angaben der Kenianischen
Menschenrechtskommission, die das Vorgehen der Sicherheitskräfte
scharf kritisierte, wurde auch scharfe Munition eingesetzt. In der
vergangenen Woche waren bei ähnlichen Protesten in Nanyuki zwei
Menschen getötet worden.
Ein Gericht hatte das Projekt zunächst blockiert. Dennoch herrscht in
dem ostafrikanischen Land, das bisher keine Erfahrung mit Ebola hat,
Sorge vor der Aufnahme von Ebola-Patienten, die die USA nicht
einreisen lassen wollen.
