Bericht: Windkraft und E-Autos - Europas Ausweg aus der Energiekrise?

10.06.2026 00:01

Der Iran-Krieg lässt weltweit die Preise für fossile Brennstoffe
steigen. Einem Bericht zufolge könnte sich die EU jedoch viel stärker
auf die Produktion erneuerbarer Energien verlassen.

Brüssel (dpa) - Europäische Produzenten können einer Analyse zufolge

den Binnenmarkt bereits vollständig mit Windkraftanlagen, E-Autos und
Wärmepumpen versorgen. 2025 wurden fast doppelt so viele
Windkraftanlagen und Elektrofahrzeuge produziert, wie in Europa in
Betrieb genommen wurden, heißt es in einem Bericht der Denkfabrik
Ember. Bei der Produktion von Wärmepumpen sei das Angebot dreimal so
hoch wie die Nachfrage gewesen. Europas Produktionsbasis für saubere
Technologien ist demnach weitaus stärker als gemeinhin angenommen.

Im vergangenen Jahr beliefen sich die europäischen Exporte von
Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugen Ember zufolge auf mehr als 30
Milliarden Euro. Zudem sei allein durch Elektrofahrzeuge der
Verbrauch von 67 Millionen Barrel Öl - also über zehn Milliarden
Liter - vermieden worden. Damit seien 4,1 Milliarden Euro an
Importkosten eingespart worden.

Iran-Krieg treibt Energiekosten - und die EU zahlt Milliarden für
Importe fossiler Brennstoffe

Die Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen bleibe aber eine
erhebliche Schwachstelle, heißt es in dem Bericht. Da 85 Prozent der
Versorgung durch fossile Brennstoffe aus Ländern außerhalb der EU
importiert würden, seien die Energiekosten und die wirtschaftliche
Stabilität des Kontinents direkt an die Märkte gebunden, die er nicht
kontrollieren könne.

Dem Bericht zufolge kosteten die Preisspitzen bei fossilen
Brennstoffen Europa in den ersten Monaten des Kriegs der USA und
Israels mit dem Iran zusätzlich 18,5 Milliarden Euro. Von der
EU-Kommission hieß es jüngst, dass die Ausgaben der EU für Importe
von fossilen Brennstoffen in den ersten 100 Tagen seit Beginn des
Kriegs um 47 Milliarden Euro gestiegen waren.

Eine Elektrifizierung biete Europa jedoch einen Weg, sich aus dieser
Anfälligkeit zu lösen. «Elektrifizierung ist kein Kompromiss zwischen

Sicherheit und Erschwinglichkeit - sie ist der Weg zu beidem»,
forderte Tom Harrison von Ember. Die Werkzeuge und die
Produktionsbasis seien bereits vorhanden; was jetzt benötigt werde,
sei eine Politik, die so schnell voranschreite, wie die Technologie
es tue.