EU-Kommission will Düngerkosten abfedern

10.06.2026 00:30

Europas Landwirte sind mit hohen Düngemittelpreisen konfrontiert. Die
Europäische Kommission hat Hilfe angekündigt. Jetzt werden Zahlen
bekannt.

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission will für zusätzliche Unterstützun
g
der Landwirte angesichts höherer Düngerkosten 500 Millionen Euro
einsetzen. Dafür will sie die Agrarreserve der Gemeinsamen
Agrarpolitik aktivieren, in der laut EU-Agrarkommissar Christophe
Hansen noch gut 200 Millionen Euro sind. Die Kommission schlägt
außerdem vor, dass die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament
die Reserve um 300 Millionen Euro aufstocken, um Landwirten «gezielte
und außerordentliche Unterstützung zu gewähren», wie aus dem
Vorschlag zum Berichtigungshaushalt hervorgeht. 

Die EU-Kommission hatte im Mai ein Unterstützungspaket angekündigt.
Wie viel Geld zusätzlich an die Landwirte und Landwirtinnen fließen
soll, war bislang nicht bekanntgeworden. 

Lebensmittelversorgung im Blick 

Hansen blickt mit Sorge auf die Aussaat der Winterfrüchte. Bislang
habe es trotz der Marktlage wenig Probleme gegeben, weil die
Landwirte im letzten Herbst größtenteils ihre Düngemittel-Reserven
angelegt hatten. 

Doch nun überlegten manche Landwirte angesichts der Preise, ob sie
anpflanzen oder sich stattdessen an einem Umweltprogramm beteiligen,
bei dem sie unter Umständen ohne Dünger mehr Geld bekämen. «Und das

ist natürlich eine Riesengefahr für unsere Lebensmittelversorgung»,
sagte Hansen der Deutschen Presse-Agentur. 

Insbesondere der Preis für Stickstoffdünger ist stark von Erdgas
abhängig und angesichts des Kriegs im Nahen Osten und der Sperrung
der Straße von Hormus gestiegen. Mit verschiedenen Vorhaben will die
EU-Kommission die Versorgung mit bezahlbaren Düngemitteln kurz- und
langfristig sichern, Treibhausgasemissionen senken und die
Importabhängigkeit reduzieren. So will sie unter anderem Anreize für
mehr Düngemittel mit organischem Dünger setzen. 

Günstigere Importe möglich 

Damit Landwirte günstiger an bestimmte importierte Düngemittel
kommen, wurden zudem bis Ende Mai 2027 die Standardzölle auf
Einfuhren mehrerer wichtiger Stickstoffdüngemittel und Vorprodukte
für deren Herstellung ausgesetzt. Nach Angaben der Europäischen
Kommission können mit der Maßnahme rund 60 Millionen Euro an
Einfuhrzöllen gespart werden.