Vorgaben für Biokraftstoffe entzweien die EU-Kommission
14.01.2008 17:14
Brüssel (dpa) - Die geplanten Vorgaben für Biokraftstoffe in der
Europäischen Union haben Auseinandersetzungen innerhalb der EU-
Kommission ausgelöst. Umweltkommissar Stavros Dimas warnte am Montag
vor negativen Folgen solcher Treibstoffe aus Pflanzen. «Wir haben
gesehen, dass Biokraftstoffe größere Umweltprobleme und soziale
Probleme auslösen als wir dachten», sagte Dimas dem britischen Sender
BBC. Der Kommissionsentwurf für eine Richtlinie zu erneuerbaren
Energien, der kommende Woche fertig sein soll, enthält keine Regeln
zur sozialen Verträglichkeit von Biosprit.
«Wenn soziale Kriterien oder Lebensmittelpreise nicht in der
Richtlinie enthalten sein werden, dann heißt das nicht, dass die
Kommission diese beiseite lässt», versicherte Kommissionssprecher
Johannes Laitenberger. Zu Umweltaspekten bei der Produktion von
Biokraftstoffen enthält der Entwurf bereits ausführliche Regeln.
Umweltkommissar Dimas mahnte zur Vorsicht bei den Plänen seines
Kommissionskollegen für Energiefragen, Andris Piebalgs. «Wir brauchen
Kriterien für die Nachhaltigkeit einschließlich sozialer Aspekte und
Umweltfragen, denn es gibt einige Vorteile bei Biokraftstoffen»,
sagte Dimas der BBC. Soziale Kriterien für den Anbau von
Biokraftstoff fehlen in dem Entwurf bisher. Kritiker der EU-Pläne
fürchten, der großflächige Anbau von Pflanzen für den Antrieb von
Kraftfahrzeugen könnte Kleinbauern in tropischen Ländern schaden und
Lebensmittel verteuern.
Die Kommission will den EU-Staaten vorschreiben, Treibstoffen für
den Verkehrssektor bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent Biosprit
beizumengen. Die Brüsseler Behörde will am Mittwoch nächster Woche
ihr das sogenanntes Energiepaket beschließen, das auch Vorgaben zur
Senkung schädlicher Treibhausgase enthalten wird.
dpa ff xx z2 mu
