EU-Kommissar plant strenge Cannabis-Kontrollen für Autofahrer
18.09.2008 14:43
Brüssel (dpa) - Die EU plant Hasch-Kontrollen für Autofahrer. «Wir
wollen ein ähnliches System für Drogenkonsum wie für Alkohol am
Steuer», sagte EU-Justizkommissar Jacques Barrot am Donnerstag bei
der Vorstellung eines neuen Vier-Jahres-Plans zur Drogenbekämpfung.
In zwei Jahren solle es soweit sein. Nach Angaben der
Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD)
nehmen jedes Jahr rund 23 Millionen Europäer Cannabis zu sich und 4,5
Millionen konsumieren Kokain, viele von ihnen häufiger.
«Wir haben immer mehr Risiken mit jungen Fahrern, die einen Joint
geraucht haben», betonte Barrot, der bis zum Frühjahr in der
Kommission für Verkehrsfragen zuständig war. Ziel müsse sein,
jeglichen Drogenkonsum von Autofahrern zu verbieten. Während beim
Alkohol verschiedene Grenzwerte gälten, sollte man bei Drogen eine
einheitliche Regelung in Europa finden.
Barrot sieht zwar Erfolge im Kampf gegen den Drogenmissbrauch in
Europa. «Wir haben das Problem doch ein wenig eingedämmt», sagte der
Kommissar. Angesichts von 7500 Menschen, die jährlich in Europa an
einer Überdosis sterben, fügte er aber hinzu: «Die Bilanz ist nicht
negativ, aber wir müssen noch besser werden.» Zwei Millionen Europäer
hätten einen problematischen Drogenkonsum.
«Überaus besorgniserregend» ist Barrot zufolge der
Kokain-Gebrauch. Nach EBDD-Zahlen nehmen mehr als fünf Prozent der
Spanier und Briten im Alter zwischen 15 und 34 Jahren Kokain. In
Deutschland sind es weniger als zwei Prozent. Barrots neuer
Drogenaktionsplan sieht unter anderem eine engere Zusammenarbeit
zwischen Polizei- und Zollbehörden der 27 EU-Staaten
vor.
dpa ff xx z2 tm
