Europarat fordert Debatte über Denkmäler des Totalitarismus
28.11.2008 14:12
Madrid (dpa) - Der Europarat hat seine 47 Mitgliedsländer zu einer
breit angelegten Debatte über die Denkmäler des Totalitarismus
aufgefordert. Besonders in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion
sollte eine derartige Diskussion helfen, eventuelle
zwischenstaatliche Spannungen abzubauen, hieß es in einer
Entschließung des ständigen Ausschusses der parlamentarischen
Versammlung des Europarates von Freitag in Madrid.
«Wir Politiker sollten von der Geschichte lernen, nicht aber die
Geschichte für unsere politischen Ziele einsetzen», sagte der
liberale ungarische Berichterstatter der Versammlung, Mátyás Eörsi.
Er forderte die mittel- und osteuropäischen Länder zu einer
selbstkritischen Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit auf.
Als gute Beispiele für Vergangenheitsbewältigung nannte Eörsi
Deutschland und Spanien. So habe die bayerische Landesregierung
Hitlers Sommerresidenz «Adlernest» auf dem Obersalzberg erfolgreich
von jeder Nazi-Symbolik befreit und mit einem Dokumentationszentrum
zur Information beigetragen, hieß es in dem Bericht. Das spanische
Parlament habe «beträchtlichen politischen Mut» bewiesen, als es 2006
zum Jahr der Gedenkens an die Geschichte ausrief und die Massenmorde
des Franco-Regimes als Unrecht verurteilte.
dpa pk xx n1 mo
