Mexiko fordert Klarheit von EU zu Klimageldern
15.03.2010 13:52
Brüssel (dpa) - Europa kann nach Überzeugung von Mexikos
Umweltminister Juan Rafael Elvira vor allem mit klaren Zusagen zu
Finanzen und Klimazielen wieder mehr Gewicht in den weltweiten
Klimaverhandlungen erlangen. «Wir glauben, dass die EU vor allem
bei den Reduktionszielen eine wichtige Führerschaft innehat», sagte
Elvira am Montag in Brüssel am Rande eines Treffens der europäischen
Umweltminister. «Die Entwicklungsländer sagen mir, dass wir ein
klares Signal über die finanziellen (langfristigen) Mittel und die
Anschubfinanzierung brauchen.»
Mexiko ist Gastgeber des nächsten UN-Klimagipfels im Dezember in
Cancun. Nach dem Scheitern der Kopenhagener Konferenz ist es die
nächste wichtige Etappe bei den Weltklimaverhandlungen. Die EU sah
sich neben Großmächten wie China und den USA in Kopenhagen an den
Rand gedrängt und will Lehren daraus ziehen.
Mexiko biete einen «offenen und transparenten Prozess», sagte
Elvira. Als Entwicklungsland müsse es sich besonders um die
Entwicklungs- und Schwellenländer kümmern. Für die sogenannten
BASIC-Länder Brasilien, Südafrika, Indien und China pflege Mexiko
besondere Aufmerksamkeit, um ihre Haltung zu verstehen und sie
«einzuladen, Teil der Lösung zu sein». «Das ist keine einfache
Aufgabe.»
Mexiko will im Juni anlässlich der Klimakonferenz in Bonn die
Ziele für Cancun abstecken. «Wir wollen uns über die Ziele
verständigen, und dann erst über die Rechtsform», sagte Elvira. Die
internationale Staatengemeinschaft will einen Weltklimavertrag
abschließen, der in Kraft treten soll, wenn 2013 die erste
Verpflichtungsphase des Kyoto-Protokolls ausläuft. Dieses hatten die
wichtigsten Industriestaaten mit Ausnahme der USA unterzeichnet.
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