EU verschiebt Artenschutz-Ziel auf 2020
15.03.2010 15:15
Brüssel (dpa) - Europa gibt sich weitere zehn Jahre, um das
Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten auf dem Kontinent zu
stoppen. Eigentlich hätte dieses Ziel schon in diesem Jahr erreicht
werden sollen. Wie die europäischen Umweltminister am Montag in
Brüssel feststellten, kann dieses ursprünglich 2001 beschlossene
Vorhaben aber nicht mehr fristgerecht eingehalten werden und soll nun
bis 2020 umgesetzt werden. Dafür müssten aber die Mittel entsprechend
zur Verfügung gestellt und die Gesetze verschärft werden, erklärten
die Minister. Der Verlust von Biodiversität schreite in einem
«inakzeptablen Tempo» fort, mit sehr ernsten ökologischen,
ökonomischen und sozialen Folgen.
Deutschland steht nach Angaben von Umwelt-Staatssekretärin
Katherina Reiche zu seiner Zusage, 500 Millionen Euro in den
Artenschutz zu investieren. Es gehe jetzt darum, dass auch andere
Länder ihre Verpflichtungen einhalten.
Vor der nächsten UN-Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya sei
Europa im Scheinwerferlicht. «Glaubwürdigkeit, Transparenz und das
gute Beispiel Deutschlands und der europäischen Union sind ganz
wesentliche Faktoren, um in Nagoya erfolgreich zu sein», unterstrich
Reiche. Die UN haben 2010 zum Jahr des Artenschutzes erklärt. Im
Oktober will sich die Staatengemeinschaft unter anderem auf
Leitlinien zu Schutzgebieten und zur Finanzierung verständigen.
Einer globalen Studie («TEEB») zufolge richtet das Artensterben
jährlich einen Schaden von 50 Milliarden Euro an. «Der Schutz der
biologischen Vielfalt sollte nicht als ein Eigenwert betrachtet
werden, sie ist wichtig für das Wohlbefinden der Menschen und
wirtschaftlichen Wohlstand», sagte die spanische Umweltministerin und
aktuelle Verhandlungsführerin der EU-Umweltminister, Elena Espinosa.
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