Irland sieht sich nicht als zweites Griechenland
16.03.2010 01:00
München (dpa) - Die irische Regierung ist Befürchtungen
entgegengetreten, das Land könnte in eine ähnlich prekäre finanzielle
Situation geraten wie Griechenland. «Ich glaube nicht, dass
Spekulanten Irland attackieren werden», sagte die stellvertretende
Premierministerin Mary Coughlan der «Süddeutschen Zeitung». Die
Regierung habe entschlossen auf die Krise reagiert und die
Bevölkerung habe sich sehr flexibel gezeigt und harte Entscheidungen
akzeptiert. «Das hilft uns, die öffentlichen Finanzen wieder in
Ordnung zu bringen und die Banken zu stabilisieren», sagte Coughlan,
Ministerin für Wirtschaft, Handel und Beschäftigung.
Irland zählt zu den von Investoren als PIGS (Portugal, Irland,
Griechenland, Spanien) bezeichneten Mitgliedern der Eurozone, die
wegen ihrer hohen Haushaltsdefizite als anfällig angesehen werden.
Irland leidet besonders schwer unter der Finanzkrise, weil die Bau-
und Finanzwirtschaft große Bedeutung für die kleine Volkswirtschaft
hatten. Seit Ausbruch der Krise sind die Immobilienpreise um 30
Prozent gefallen, das größte Kreditinstitut Anglo Irish Bank wurde
verstaatlicht. Das Haushaltsdefizit schwoll im vergangenen Jahr auf
11,5 Prozent an.
(Der Beitrag lag dpa in redaktioneller Fassung vor.)
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