Fragezeichen hinter EU-Balkan-Konferenz
16.03.2010 09:47
Belgrad (dpa) - Hinter der für diesen Samstag geplanten Konferenz
der Europäischen Union (EU) mit Spitzenpolitikern der westlichen
Balkanstaaten steht wegen protokollarischer Probleme unter einem
Fragezeichen. Serbien lehnt eine Teilnahme ihrer früheren Provinz
Kosovo ab, die seit zwei Jahren ein selbstständiger Staat ist. Kosovo
wird von 65 Nationen, nicht aber von Serbien anerkannt.
Slowenien unternehme deswegen «alles mögliche» um alle
Eingeladenen an einen Tisch zu bringen, zitierte die Belgrader
Zeitung «Blic» die Pressesprecherin des slowenischen Regierungschefs
Borut Pahor am Dienstag. Ljubljana werde bis zum «letzten Tag»
versuchen, mit Belgrad und Pristina zu verhandeln, so die Sprecherin.
Serbien hatte verlangt, Kosovo dürfe an internationalen
Konferenzen nur unter Führung der UN-Kosovo-Verwaltung (UNMIK)
teilnehmen. Andernfalls werde Belgrad diesen Treffen fernbleiben. Der
serbische Präsident Boris Tadic war aus diesem Grund auch der
Amtseinführung des neuen kroatischen Staatschefs im vergangenen Monat
ferngeblieben.
Andererseits hat auch der Kosovo-Präsident Fatmir Sejdiu
angekündigt, er werde nicht kommen, wenn er nicht offiziell als
Staatschef eingeladen werde. Ein Auftritt seines Landes in Slowenien
unter der Bezeichnung «Kosovo/UNMIK» komme für ihn nicht infrage.
dpa ko xx n1 dm
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