Strauss-Kahn äußert sich skeptisch zu Euro-Fonds-Idee

17.03.2010 13:33

Brüssel (dpa) - Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF),
Dominique Strauss-Kahn, hat sich skeptisch zur Idee eines
Europäischen Währungsfonds (EWF) geäußert. Dies sei «eine Art
Ablenkungsmanöver» und keine Lösung der griechischen Schuldenkrise,
sagte Strauss-Kahn am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des
Europaparlaments.

«Man sollte sich nicht von seinen finanzpolitischen Aufgaben
ablenken lassen, indem man seiner Fantasie freien Lauf lässt», sagte
er. «Ich würde (den EWF) ja gerne kommentieren, wenn ich wüsste, was

das sein soll.» Grundsätzlich habe der IWF aber kein Problem damit,
«mit einer Art regionaler Institution» zu kooperieren. Der
italienische Zentralbankgouverneur Mario Draghi betonte, Griechenland
müsse sich auf die Haushaltssanierung konzentrieren. «Jeder kann das
tun, ohne spezielle Institutionen zu gründen», sagte er.

Die Diskussion um einen EWF war vor allem von Deutschlands
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) angeheizt worden. In der
Eurozone wird eine Intervention des US-dominierten IWF bei drohenden
Staatspleiten abgelehnt. Es gilt als ausgemacht, dass sich die
EU langfristig einen Notfallmechanismus bei derartigen Schuldenkrisen
wie in Griechenland einfallen lassen muss.
dpa dj xx n1 tst