Neue Pariser Attacke auf deutsche Wirtschaftspolitik
17.03.2010 17:33
Paris (dpa) - Aus Frankreich kommen weitere Attacken gegen die
deutsche Wirtschafts- und Steuerpolitik. Die französische
Wirtschaftsministerin Christine Lagarde forderte die Bundesregierung
am Mittwoch erneut auf, die Inlandsnachfrage anzukurbeln und machte
sogar konkrete Vorschläge. «Ich denke, dass Deutschland
beispielsweise die Steuern senken könnte (...), um die
Binnennachfrage anzukurbeln - so wie es die Koalition bereits ins
Auge gefasst hat», sagte Lagarde dem Radiosender RTL. In der
derzeitigen Krise müsse jeder seinen Beitrag leisten.
Die französische Ministerin bekräftigte damit ihre Kritik vom
Anfang der Woche. Frankreich ist der Ansicht, dass der hohe deutsche
Handelsüberschuss anderen Staaten schade. Deutschland habe in den
vergangenen zehn Jahren sein Wachstum ganz auf den Export
ausgerichtet, sagte Lagarde.
Die Bundesregierung und die Industrie hatten die französischen
Forderungen bereits vehement zurückgewiesen und im Gegenzug eine
stärkere Wettbewerbsfähigkeit anderer Länder angemahnt. Die
Exportstärke Deutschlands sei nicht Folge staatlicher Politik,
sondern innovativer Unternehmen, hieß es.
Mit der Kritik an Berlin steht Paris allerdings nicht allein da.
Auch andere schwächere Euro-Länder werfen Deutschland vor, sich mit
niedrig gehaltenen Löhnen Exportvorteile zu verschaffen und
Wirtschaftswachstum auf Kosten anderer zu erzielen.
(Achtung: Zusammenfassung bis 1830 - ca. 40 Zl)
dpa hs xx n1 so
