Papandreou lässt IWF-Option offen
17.03.2010 20:33
Brüssel (dpa) - Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou
behält sich weiterhin vor, den Internationalen Währungsfonds (IWF) um
Finanzhilfe für sein Land zu bitten. Nach einem Gespräch mit
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte er jedoch am
Mittwoch in Brüssel, er habe bisher nicht um Finanzhilfe gebeten.
Sollte Athen jedoch weiter «unvernünftig hohe Zinsen» für Kredite a
uf
den Finanzmärkten bezahlen müssen, so setze er auf Hilfe durch einen
«Mechanismus» der Staaten mit Euro-Währung. «Griechenland hält si
ch
alle Optionen offen. Aber wir würden die europäische Option
bevorzugen», sagte Papandreou.
Barroso sagte, die europäischen Partner Griechenlands hätten
bereits im Februar die Bereitschaft zu «entschlossenem und
koordiniertem Handeln» für den Fall erklärt, dass dies notwendig sei.
Die Kommission habe an einem «Mechanismus» für eine möglicherweise
notwendige Hilfe gearbeitet und dessen «Modalitäten geklärt»: «Wi
r
sind bereit, die Arbeit ist getan.» Die Finanzminister der Eurogruppe
und der EU hatten sich am Vortag noch nicht auf Einzelheiten dieses
«Mechanismus» einigen können.
Papandreou sagte, angesichts der den Griechen abverlangten
finanziellen Opfer stellten Zinssätze von sechs Prozent für
griechische Anleihen «nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch
ein ethisches Problem» dar. «Wenn wir weiterhin zu unvernünftigen
Zinsen Kredite aufnehmen müssen, dann ist nichts ausgeschlossen»,
sagte der Ministerpräsident. Dies gelte auch für einen Gang zum IWF,
den die meisten Euro-Länder ungerne sähen.
dpa eb xx n1 so
