HWWI-Chef: Deutsche müssen mehr für schwache Länder zahlen

21.03.2010 11:29

Hamburg (dpa) - Der Direktor des Hamburgischen
Weltwirtschaftsinstituts sieht die Deutschen in der Pflicht,
schwachen Euro-Ländern stärker zu helfen. Sonst versinkt der Euro im
Chaos, sagte HWWI-Chef Thomas Straubhaar der Online- Ausgabe des
«manager magazins» vom Sonntag. Ohne eine «Transferunion» drohe die

gemeinsame Währung zu zerbrechen.

Dem Hamburger Professor schwebt ein Transfermechanismus ähnlich
des deutschen Länderfinanzausgleichs vor. Künftig müsse automatisch
zwischen wohlhabenden wachsenden Volkswirtschaften und solchen mit
wirtschaftlichen Problemen umverteilt werden. «Deutschland und damit
seine Beschäftigten und auch die deutschen Steuerzahler haben von der
Währungsunion und dem grenzenlosen gemeinsamen Wirtschaftsraum enorm
profitiert. Aber nun ist es an der Zeit, dass die EU zu einem echten
fiskalischen Föderalismus übergeht.»

Skeptisch beurteilt Straubhaar die bisherige EU-Strategie, nach
der Krisenländer vor allem durch Lohnsenkungen und Sparprogramme
gesunden sollen. Ein solches Vorgehen könne leicht in eine sich
selbst verstärkende Abwärtsspirale führen.

dpa aj yyzz n1 aj