EU vermutet Kartellrechts-Verstöße auf hoher See

26.08.2010 15:11

   Brüssel (dpa) - Beim Versichern von Schiffsladungen wird
möglicherweise gegen die EU-Wettbewerbsregeln verstoßen. Deshalb
leitete die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel ein Prüfverfahren
ein.

Die Wettbewerbshüter untersuchen im Detail Angebote sogenannter
P&I-Clubs (Protection and Indemnity): Diese Organisationen werden von
großen Reedereien geschaffen und versichern ihre Mitglieder gegen
Schäden. Die Clubs sind untereinander in einem weltweiten Verein
verbunden.

Bestimmte Klauseln bei Schadenteilung und der Rückversicherung
könnten die freie Konkurrenz einschränken, vermuten die
Wettbewerbsexperten. Außenstehende Reeder und Schiffsversicherer
könnten zudem benachteiligt werden. P&I-Clubs versichern etwa 93
Prozent der weltweiten Schifffahrt auf hoher See.

   Die EU-Kommission wacht darüber, dass der faire Wettbewerb
zwischen Unternehmen in der EU nicht leidet. Falls die Kommission
förmliche Kartellverfahren eröffnet und ihre Vorwürfe beweisen kann,

drohen den beteiligten Unternehmen hohe Bußgelder von bis zu zehn
Prozent eines Jahresumsatzes. Brüssel kann auch gegen Unternehmen
vorgehen, die nicht in der EU ihren Sitz haben.

# dpa-Notizblock

## Internet
- [Mitteilung der EU](http://dpaq.de/myjjF)
- [International Group of P&I Clubs](http://www.igpandi.org)

## Orte
- [EU-Kommission](Rue de la loi 200, B-1049 Brüssel)