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Serbien will nun doch mit EU über Kosovo sprechen

28.08.2010 17:37

Belgrad (dpa) - Serbien will nun doch mit der EU über die seit
2008 unabhängige ehemalige serbische Provinz Kosovo sprechen. «Eine
Regierungsdelegation wird in Kürze nach Brüssel reisen, um mit den
EU-Behörden über die Kosovo-Resolution zu reden», sagte Serbiens
Präsident Boris Tadic am Samstag. Noch zwei Tage zuvor hatte die
serbische Führung beim Besuch von Bundesaußenminister Guido
Westerwelle in Belgrad dazu keine Bereitschaft erkennen lassen.

Serbien will sich mit der Abspaltung der mehrheitlich von Albanern
bewohnten Ex-Provinz nicht abfinden und über eine UN-Resolution neue
Verhandlungen über den staatsrechtlichen Status des Kosovos
erzwingen. Westerwelle hatte mit Blick auf die geplante serbische UN-
Resolution die Hoffnung auf einen «dritten Weg» als Kompromiss
geäußert.

Tadic deutete am Samstag Entgegenkommen an. «Ich denke, dass
unsere Resolution voller Kompromisse ist», sagte der serbische
Präsident. «Ich denke aber auch, dass niemand gegen Verhandlungen
sein kann.» Eine Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos schloss
er zugleich kategorisch aus. «Serbien wird niemals das Kosovo
anerkennen. Das ist für uns eine rote Linie, die wir nie übertreten
werden.»

Deutschland will dem Kosovo möglichst schnell zur Anerkennung
durch alle EU-Staaten verhelfen. Die noch zögernden EU-Mitglieder
hatte Westerwelle am Freitag in Pristina aufgerufen, die
Unabhängigkeit der ehemalige serbischen Provinz zu akzeptieren.
Bislang fehlt die Zustimmung noch aus 5 der 27 EU-Staaten - Spanien,
Griechenland, Slowakei, Rumänien und Zypern.

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