Milliarden-Schaden nach Flut in Pakistan
01.09.2010 14:58
Islamabad/Brüssel (dpa) - Die Jahrhundertflut in Pakistan hat nach
Schätzungen der Regierung einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von
etwa 43 Milliarden Dollar (33,9 Milliarden Euro) verursacht. Von den
Überschwemmungen seien 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche
betroffen, sagte Premierminister Yousaf Raza Gilani am Mittwoch in
Islamabad. Hinzu kämen zerstörte Straßen, Brücken, Schulen und
Krankenhäuser. Die Europäische Union kündigte an, weitere Hilfsgüte
r
nach Pakistan zu schicken.
Aufgrund der gewaltigen Schäden werde auch das Wirtschaftswachstum
einbrechen, erklärte Gilani. Für das laufende Finanzjahr habe die
Regierung bislang ein Wachstum von 4,5 Prozent erwartet. Nach der
Flut könne nur noch mit maximal 2,5 Prozent gerechnet werden. Jeder
Sektor der pakistanischen Wirtschaft sei direkt oder indirekt von der
Flut betroffen, sagte der Regierungschef und warnte gleichzeitig vor
den sozialen Folgen durch Arbeitsplatzverlust und steigende Preise.
Nach UN-Angaben sind mehr als 17 Millionen Pakistaner von der Flut
betroffen, die Ende Juli durch heftige Monsunregenfälle ausgelöst
worden war. Während die Pegel in Nord- und Zentralpakistan fallen,
stehen am Unterlauf des Indus noch riesige Landstriche unter Wasser.
Die internationale Gemeinschaft hat bislang Hilfe in Höhe von etwa
einer Milliarde Dollar (799 Millionen Euro) zugesagt, etwa 30 Prozent
davon kommen aus Staaten der Europäischen Union.
Ein Sprecher der EU-Kommission sagte in Brüssel, noch am Mittwoch
sollten zwei Charter-Maschinen des Typs Antonov 124 von Leipzig aus
nach Islamabad abheben. An Bord seien 45 Tonnen Hilfsgüter, vor allem
medizinisches Material, aus Deutschland. Hinzu kämen 45 Tonnen Zelte
und Notunterkünfte aus Italien sowie weitere 15 Tonnen aus
Österreich. Ein drittes Transportflugzeug mit Hilfsgütern werde in
den nächsten Tagen starten. Den Angaben zufolge handelt es sich um
die größte bisher von der EU-Kommission koordinierte Hilfslieferung.
# dpa-Notizblock
## Internet
- [Mitteilung EU-Kommission](http://dpaq.de/dnTms)
