Barroso will Eurobonds für Projekte

06.12.2010 18:28

Brüssel (dpa) - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat
seinen Vorschlag verteidigt, sogenannte Euro-Bonds für die
Finanzierung bestimmter Investitionsvorhaben zu nutzen. Zur Debatte
um Euro-Bonds als Mittel zur Finanzierung von Staatsschulden hielt er
sich zurück: «Wir sind immer noch in einer sehr sensiblen Lage
hinsichtlich der Märkte, und deswegen möchte ich dazu nichts weiter
sagen», sagte Barroso am Montag nach einem Gespräch mit dem
griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou.

Barroso sagte, Euro-Bonds zur Finanzierung von bestimmten
Projekten seien eine «alte Idee», hätten aber bisher nie beschlossen

werden können. Er bedauerte, dass die ersten Reaktionen aus einigen
Hauptstädten «nicht sehr enthusiastisch» waren. Auch Papandreou
plädierte für Euro-Anleihen zur Finanzierung großer
Infrastrukturprojekte: «Auf diese Weise können wir große Projekte
finanzieren, die wir dringend brauchen.»

Papandreou setzte sich auch für Euro-Bonds ein, um Staatsschulden
zu finanzieren: «Ich denke, dass wir ernsthaft über die Frage
diskutieren sollten. Und zwar in einer Weise, die organisiert und
verantwortungsvoll ist.»

Barroso kündigte an, die Kommission werde schon bald einen
Vorschlag zur Laufzeitverlängerung der Finanzspritzen der EU und des
Internationalen Währungsfonds für Griechenland machen. Diese Hilfen
sollten ursprünglich 2014 und 2015 zurückgeführt werden, doch hatten

die EU-Finanzminister im November eine Verlängerung bis Mitte 2017
angeregt. Damit solle die Rückzahlung Griechenlands im gleichen
Zeitraum wie die Finanzhilfe für Irland erfolgen. «Die technischen
Details werden derzeit geprüft. Und das sollte bald abgeschlossen
sein», sagte Barroso.

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