Wie funktionieren Staatsanleihen?

04.08.2011 14:35

Berlin (dpa) - Staatsanleihen sind eine der wichtigsten
Finanzierungsquellen von Staaten, die sich auf diese Weise Geld am
Kapitalmarkt leihen. Die Investoren können Banken und Versicherungen
sein, aber auch die eigenen Bürger. Solche Rentenpapiere haben einen
festen Zins und werden zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.
Sie werden in verschiedenen Laufzeiten ausgegeben, meist liegen diese
zwischen zwei und dreißig Jahren.

Die Rendite ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins
einer Anleihe (Kupon) und dem Kurs, zu dem der Anleger die Anleihe
erwirbt. Zum Ende der Laufzeit wird sie mit einem Kurs von 100
Prozent des Nominalwerts zurückgezahlt - es sei denn, der Emittent
kann den Betrag nicht vollständig erstatten.

Der Kurs ist von der Nachfrage nach dem Papier abhängig. Sinkt
diese zum Beispiel aufgrund von Zweifeln an der wirtschaftlichen
Entwicklung, dann steigt die Rendite - wie derzeit bei den Anleihen
von Griechenland, Spanien und Italien.

Neue Staatsanleihen werden in Versteigerungen an den Investor
gebracht. Muss ein Land in einem schwierigen Umfeld mit sinkenden
Kursen neue Schulden aufnehmen, steigen die Finanzierungskosten
entsprechend.

Spanien etwa platzierte am Donnerstag Anleihen mit einer Laufzeit
von drei und vier Jahren im Wert von 3,31 Milliarden Euro. Die
Renditen lagen bei derzeit recht happigen 4,90 beziehungsweise 5,05
Prozent.

Eigentlich gelten Staatsanleihen westlicher Länder als sichere
Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als
gering eingeschätzt wird. Mit der Schuldenkrise Griechenlands ist
dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Die Kreditwürdigkeit von Staaten beziehungsweise das Ausfallrisiko
ihrer Anleihen wird von Ratingagenturen bewertet, denen vorgeworfen
wird, Abwärtstrends mit ihren Bewertungen noch zu verstärken.
Aktuell haben die griechischen Anleihen bei allen Ratingagenturen
«Ramsch-Status», darunter kommt nur noch der Pleite-Status. Die USA
haben ebenso wie Deutschland zwar noch die bestmögliche Bonität,
Ratingagenturen drohen den Amerikanern aber seit längerem mit einer
Abwertung mangels Konzepten zur Schuldenreduzierung.

# dpa-Notizblock

## Internet
- [Anleihen-Seite Deutsche Börse](http://dpaq.de/boerse-f-anleihen)



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