Portugal refinanziert sich trotz Turbulenzen problemlos am Geldmarkt
01.02.2012 12:33
Lissabon/Frankfurt (dpa) - Das hochverschuldete Euro-Land
Portugal hat sich am Mittwoch trotz der jüngsten Turbulenzen am
heimischen Anleihemarkt problemlos kurzfristiges Geld besorgen
können. Bei Auktionen zweier kurzlaufender Geldmarktpapiere mit drei-
und sechsmonatiger Laufzeit gingen die zu zahlenden Renditen sogar
zurück, wie aus Zahlen der nationalen Schuldenagentur IGCP
hervorgeht. Allerdings war auch die Nachfrage rückläufig. Zu
Wochenbeginn waren portugiesische Staatsanleihen am freien Markt
stark unter Druck geraten. Im Gegenzug waren die Renditen auf
Rekordstände seit Einführung des Euro geklettert.
Insgesamt besorgte sich Portugal zur Wochenmitte 1,5 Milliarden
Euro, womit der angestrebte Zielwert erreicht wurde. Bei einem
Papier mit dreimonatiger Laufzeit sank die zu zahlende Rendite von
4,346 Prozent bei einer vergleichbaren Auktion Mitte Januar auf
4,068 Prozent. Bei dem sechsmonatigen Titel ermäßigte sich die
Rendite ähnlich stark von 4,74 Prozent im Januar auf 4,463 Prozent.
Die Überzeichnung - also das Verhältnis von Nachfrage zu Angebot -
sank von 4,1 auf 2,8 (Dreimonatspapier) und von 3,0 auf 2,6,
(Sechsmonatspapier).
Portugal wird derzeit durch Mittel des Euro-Rettungsschirms EFSF
refinanziert. Deswegen ist es am langfristigen Kapitalmarkt nicht
aktiv. Kurzfristigen Finanzbedarf deckt das Land aber teilweise mit
regelmäßigen Emissionen am Geldmarkt. Nach derzeitigen Planungen
soll Portugal im Laufe des kommenden Jahres an den Kapitalmarkt
zurückkehren.
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