Tschechischer Präsident: Währungsunion war tragischer Fehler
01.02.2012 13:41
Prag (dpa) - Der als Euroskeptiker bekannte tschechische Präsident
Vaclav Klaus hat den Nichtbeitritt seines Landes zum neuen Sparpakt
der EU verteidigt. Als «tragischen Fehler» kritisierte er nicht nur
die Gründung der Währungsunion, sondern auch jeden weiteren
«radikalen» Schritt hin zu mehr europäischer Integration. Das
erklärte Klaus in einem am Mittwoch auf seiner Internetseite
veröffentlichten Interview.
Zu seiner Drohung im Vorfeld des Brüsseler Sondergipfels, den
Sparpakt für sein Land unter keinen Umständen unterschreiben zu
wollen, bemerkte Klaus lapidar: «Die Ratifizierung ist in jeder
demokratischen Gesellschaft ein Problem - nur in Diktaturen gibt es
mit der Ratifizierung keine Schwierigkeiten.» Der EU-Gipfel hatte am
Montag in Brüssel einen weitreichenden Sparpakt für mehr
Haushaltsdisziplin beschlossen. Allerdings sind nur 25 EU-Mitglieder
dabei, Großbritannien und Tschechien lehnten ab.
In einer Spitze gegen die deutsche Regierung bemängelte Klaus auch
die mittlerweile hinfälligen Pläne für einen EU-Sparkommissar in
Griechenland. An die Öffentlichkeit geratene Äußerungen einiger
deutscher Politiker hätten gezeigt, dass eine «Fiskalunion» die
Souveränität der Einzelstaaten mit Füßen treten würde. «Sie hab
en de
facto vorgeschlagen, Griechenland unter EU-Protektorat zu stellen»,
teilte Klaus mit.
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## Orte
- [Präsidentenamt](Prazsky hrad, 119 08 Praha 1)
## Internet
- [Interview](http://www.klaus.cz/clanky/3029)
