Ashton: Russland muss im Sicherheitsrat handeln

01.02.2012 21:18

Brüssel (dpa) - Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat
Russland aufgefordert, im UN-Sicherheitsrat eine Resolution gegen das
Blutvergießen in Syrien nicht länger zu blockieren. «Als ständiges

Mitglied des Sicherheitsrates muss Russland seine Verpflichtung für
internationalen Frieden und Sicherheit ernst nehmen», sagte sie am
Mittwochabend im Europaparlament in Brüssel.

Russland und China haben bisher per Veto alle Versuche verhindert,
das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wegen der
blutigen Unterdrückung der Opposition zu verurteilen. Russland gilt
als enger Verbündeter Syriens. «Alte Bündnisse mögen wichtig sein,

aber das Schicksal des syrischen Volkes ist sehr viel wichtiger»,
sagte Ashton. In dem rund elf Monaten alten Konflikt in Syrien sind
UN-Schätzungen zufolge seit März bisher etwa 5600 Menschen getötet
worden. Nach französischer Darstellung sind es inzwischen bereits
6000.

«Es stimmt, dass Russland mit dem internationalen Vorgehen in
Libyen nicht einverstanden war», sagte Ashton unter Bezug auf den
Vorwurf Moskaus, der Westen habe die Libyen-Resolution des
UN-Sicherheitsrates unzulässig interpretiert. «Aber es stimmt auch,
dass wir das syrische Volk nicht den Preis für
Meinungsverschiedenheit der Vergangenheit bezahlen lassen können.
Syrien ist ein Fall für sich», sagte Ashton.

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