Frankreich besorgt problemlos frisches Kapital - Renditen rückläufig
02.02.2012 11:33
Paris/Frankfurt (dpa) - Die zweitgrößte Euro-Wirtschaft Frankreich
kann sich trotz des Entzugs ihrer Top-Bonität durch die Ratingagentur
Standard & Poor's immer noch problemlos refinanzieren. Bei einer
Auktion langlaufender Anleihen musste der französische Staat den
Anlegern sogar weniger Zinsen bieten als noch zu Beginn des Jahres.
Die Nachfrage war teils sehr stark, wie aus Zahlen der französischen
Notenbank vom Donnerstag hervorgeht. Am freien Markt, wo bestehende
Anleihen gehandelt werden, wurden die Ergebnisse positiv aufgenommen.
Auch hier gingen die Renditen zurück.
Insgesamt nahm Frankreich mit drei Anleihen 7,962 Milliarden Euro
auf, womit die angestrebte Kapitalaufnahme von bis zu acht Milliarden
Euro fast erreicht wurde. Eine neue zehnjährige Anleihe spülte dem
Staat knapp 5,7 Milliarden Euro in die Kasse. Die zu zahlende Rendite
sank von 3,29 Prozent bei einer vergleichbaren Auktion Anfang Januar
auf 3,13 Prozent. Die Überzeichnung - also das Verhältnis von
Nachfrage zu Angebot - lag bei 1,71.
Deutlich stärker war die Nachfrage bei den anderen beiden Anleihen
mit acht- und sechsjähriger Laufzeit. Hier lag die Nachfrage teils
mehr als viermal so hoch wie das Angebot. Die Renditen lagen bei 2,91
Prozent (2020) und 2,44 Prozent (2018). Da ähnliche Auktionen lange
zurückliegen, ist ein direkter Rendite-Vergleich wenig
aussagekräftig.
