Athen stoppt Zahlung von 63 500 unrechtmäßigen Renten

02.02.2012 11:50

Athen (dpa) - Die griechischen Rentenkassen haben zu Jahresbeginn
die Auszahlung von insgesamt 63 500 Renten eingestellt, die zu
Unrecht gewährt worden waren. Das Geld ging an nicht existierende
oder nicht mehr lebende Personen oder wurde nach falschen Angaben
berechnet. Damit sparten der griechische Staat und seine Rentenkassen
knapp 450 Millionen Euro jährlich. Das geht aus einem Bericht des
Arbeitsministeriums hervor, der am Donnerstag in der griechischen
Presse veröffentlicht wurde. Es handelt sich dabei um 37 500 Haupt-
und 26 000 kleinere Zusatzrenten.

Bereits im Oktober 2011 hatte der Direktor des staatlichen
Versicherers IKA, Rovertos Spyropoulos, eingeräumt, im vergangenen
Jahrzehnt seien bis zu acht Milliarden Euro an nicht existierende
oder längst gestorbene Personen überwiesen worden. Die staatlichen
Rentenkassen hatten daraufhin alle Rentner aufgefordert, sich
persönlich bis zum 31. Dezember 2011 bei den Behörden zu melden.
Zudem wurde untersucht, ob alle Renten rechtmäßig ausgezahlt werden.

Sozialbetrug hat im schuldengeplagten Griechenland schon mehrfach
für Schlagzeilen gesorgt. Im vergangenen August war bekanntgeworden,
dass der Pensionsfonds IKA die Zahlungen für 1473 Pensionäre gestoppt
hatte, welche in Wirklichkeit nicht mehr lebten. Danach wurde
entdeckt, dass 9000 Rentner im Alter von über 100 Jahren bei den
Rentenkassen registriert waren - demnach hätte Griechenland die
höchste Rate Über-100-Jähriger weltweit. Bei einer Volkszählung im

Jahr 2001 waren lediglich 1700 Menschen dieses Alters registriert
worden.

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