Spanische Banken sollen bis Ende 2012 saniert werden

02.02.2012 18:46

Madrid (dpa) - Spanien will das kriselnde System seiner Banken bis
zum Ende des Jahres sanieren. Dies sieht eine Finanzreform vor, die
Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Donnerstag in Madrid
vorstellte. Danach sollen die spanischen Geldinstitute ihre Bilanzen
bis Ende Dezember von faulen Immobilienkrediten bereinigen.

Allerdings soll den Banken, die Fusionen eingehen, mehr Zeit
eingeräumt werden. Die geplanten Zusammenschlüsse müssten aber bis
Ende Mai angemeldet werden. Nach Angaben des Ministers dürfte die
Sanierung die Unternehmen etwa 50 Milliarden Euro kosten. Für das
Vorhaben sollten keine Steuergelder aufgewandt werden.

Die Geldinstitute könnten aber Darlehen vom staatlichen Hilfsfonds
zur Umstrukturierung den Bankensektors (FROB) in Anspruch nehmen. Die
Mittel des Fonds sollten von 9,0 auf 15,0 Milliarden Euro aufgestockt
werden. Die Reform soll voraussichtlich an diesem Freitag vom
Kabinett verabschiedet werden.

Sie sieht nach den Worten des Ministers außerdem vor, dass die
Banken künftig bei der Gewährung von Krediten für Immobiliengeschäf
te
oder Bauvorhaben erheblich strengere Maßstäbe anlegen müssen. Die
Darlehen müssten mit deutlich höheren Beträgen abgesichert werden.

Die Immobilienkredite sind das große Problem der spanischen
Banken. Die Geldinstitute hatten während des Baubooms großzügig
Darlehen gewährt. Nach dem Beginn der Krise und dem Platzen der
«Immobilienblase» können viele Spanier die Kredite nicht
zurückzahlen. Nach Schätzungen gelten Darlehen in einem Gesamtwert
von 175 Milliarden Euro als problematisch.

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